02.04.2008 / Forschung & Entwicklung

Abwasser als Wärmequelle

Mit dem Abwasserstrom entweicht aus Gebäuden ständig auch Wärmeenergie. Dieser Wärmestrom kann mit neuen Kanalrohren und einer Wärmepumpe für Heizzwecke genutzt werden.

In über 50 Projekten wird dieses Heizsystem in der Schweiz genutzt, einige Pilotprojekte gibt es auch in deutschen Städten, beispielsweise in Leverkusen und in Singen und in der schweizerisch-deutschen Grenzregion rund um Basel. Insgesamt, so schätzt die deutsche Bundesstiftung Umwelt, enthalte das Abwasser in Deutschland genug Energie, um zwei bis vier Millionen Wohnungen mit Wärme zu versorgen.

Um diese Wärme zu nutzen, werden entweder nachträglich Wärmetauscher in die Sohle eines Abwasserkanals eingebaut oder gleich Betonrohre mit integriertem Wärmetauscher verlegt. Das Abwasser hat eine Temperatur zwischen 10 und 20 °C. Eine Wärmepumpe erhöht dann das Temperaturniveau der gewonnenen Energie für Heizzwecke. Ein Gasspitzenkessel erzeugt Wärme bei besonders niedriger Außentemperatur. Nach den bisherigen Erfahrungen lassen sich Jahresarbeitszahlen über 4 erreichen – etwa so viel wie bei Wärmepumpen, die Wärme aus dem Boden nutzen.

Wirtschaftlich ist das System, wenn es in der Nähe großer Abwasserkanäle oder Kläranlagen installiert wird und wenn Gebäude mit entsprechend großem und kontinuierlichem Wärmebedarf angeschlossen werden können.

Unter guten Bedingungen lassen sich nach den Erfahrungen bei Schweizer Projekten Wärmepreise wie bei einer konventionellen Ölheizung erreichen, schreibt das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in seinen „Energie-Perspektiven“. Bei einer Wärmenachfrage unter 500 kW und einer Entfernung von mehr als 300 m vom Abwasserkanal ist diese Heizform allerdings nicht rentabel.

Quelle: Bayrisches Energieforum