26.03.2008 / Forschung & Entwicklung
Strom und Wärme mit Mikrogasturbinen
TIS innovation park
Mikrogasturbinen produzieren Wärme und Strom und bieten Unternehmen interessante Möglichkeiten Kosten im Energiebereich zu sparen. Das Zentrum Regenerative Energie des TIS versucht diese relativ junge Technologie nun nach Südtirol zu bringen. Fündig wurde das TIS in Kalifornien und Florida. Die US-amerikanischen Mikrogasturbinen sind modular aufgebaut und damit flexibel einsetzbar. Sie können leicht in bestehenden Anlagen nachgerüstet werden. „Die beiden Unternehmen aus Kalifornien und Florida sind auch die ersten Unternehmen, die Mikrogasturbinen entwickelt haben“, sagt Christian Tasser vom Zentrum Regenerative Energie des TIS.
Für industrielle Anwendungen und Hotels geeignet
Mikrogasturbinen gibt es seit gut zehn Jahren. Das heißt, dass die Technologie - etwa im Vergleich zum 80 Jahre alten Gasmotor – noch in den Kinderschuhen steckt und trotz einwandfreier Funktionsweise in Europa noch nicht allzu weit verbreitet ist.
Einsetzen kann man Mikrogasturbinen überall dort, wo man vom öffentlichen Stromnetz unabhängig werden möchte. In Europa wurden sie bisher vor allem in Kläranlagen installiert. Mikkrogasturbinen sind auch für industrielle Anwendungen und Hotels geeignet, für den privaten Bereich sind die Anlagen jedoch zu groß: Die Leistung von Mikrogasturbinen liegt – je nach Größe – zwischen 30 bis 200 Kilowatt.
90 Prozent weniger Abgase, ein Drittel weniger Energieverbrauch
Die Wärme, die Mikrogasturbinen erzeugen, wird aus dem Abgas entnommen - die Abgase sind zehnmal sauberer als bei herkömmlichen Gasmotoren und haben eine Temperatur von 300° Celsius. Die von der Turbine erzeugte Wärme kann beispielsweise zum Heizen von Schwimmbädern in Hotels oder zum Trocknen verschiedener Materialien, ja sogar von Lebensmitteln verwendet werden. Selbst Kühlen kann man mit der Wärme von Mikrogasturbinen, hierfür ist allerdings ein Zusatzgerät, eine so genannte Absorptionskältemaschine, erforderlich.
Laut einer Machbarkeitsstudie für einen Industriebetrieb in Südtirol hätten sich die Investitionskosten für eine Mikrogasturbine nach nur etwa vier Jahren amortisiert, da man bei der Kraft-Wärmekopplung etwa 30 Prozent der Primärenergie einspart.
KD
International English
Österreich (deutsch)