28.03.2008 / EU & International

Beeindruckendes Solarpotenzial

Deutsche Stadt berechnet Solar-Potenzial: Privater Bedarf von Osnabrück könnte komplett mit Solarstrom gedeckt werden

Ein wahres Pionier-Projekt initiierten die Stadtväter von Osnabrück: In Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten der örtlichen Fachhochschule wurde für jedes Dach im Stadtgebiet die "Solareigung" erhoben. Diese ist nun - inklusive der möglichen Photovoltaik-Modulfläche und dem daraus resultierenden Jahresertrag in Kilowattstunden - im Internet einsehbar.

Das Ergebnis der auwändigen Berechnungen auf Basis von Laserscannerdaten: Osnabrück verfügt über enorme Solarpotenziale. Alle gut bis sehr gut geeigneten Dachflächen in der Stadt zusammen genommen, könnten fast 300 Megawatt an Photovoltaik-Leistung aufnehmen. Theoretisch ließe sich damit der derzeitige private Stromverbrauch in der Stadt komplett decken, denn die Ausbeute läge bei rund 237 Millionen Kilowattstunden Solarstrom jährlich. Angesichts der deutlich geringeren Sonneneinstrahlung gegenüber dem Süden Deutschlands oder Österreichs ein respektables Ergebnis.

Projekt für Umwelt und Wirtschaft

Ziel des Projektes "Sun-Area" ist es - neben der Motivation privater Nutzer - externen Investoren Daten über verfügbare Flächen zur Verfügung zu stellen. Die Stadt Osnabrück selbst hat schon vor einiger Zeit damit begonnen, Dachflächen städtischer Gebäude externen Investoren anzubieten. Doch weil die Nachfrage damit nicht annähernd befriedigt werden konnte, versucht sie nun auch private Dachflächen für Investoren zu akquirieren.

"Sun-Area" dient damit nicht nur dem Umweltschutz:  Eine Nutzung aller gut oder sehr gut geeigneten Dächer würde Investitionen in Höhe von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro bedeuten und gleichzeitig den jährlichen CO2-Ausstoß um 128.000 Tonnen Kohlendioxid reduzieren.

Nachahmer sind übrigens bereits gefunden: Die Städte Braunschweig und Gelsenkirchen, die ebenfalls über Laserscannerdaten verfügen, haben die Osnabrücker Wissenschaftler mit der Berechnung ihres Solarenergiepotenzials beauftragt.

KD

Solarnews