22.03.2008 / EU & International

Chinas CO2-Emissionen steigen rasant

Jedes Jahr verursacht China um elf Prozent mehr Kohlendioxid, aber auch US-Kraftwerke sind wahre Schmutzproduzenten

In den USA hat eine Untersuchung des Environmental Integrity Project EIP ergeben, dass die Treibhausgas-Emissionen in China viel schneller ansteigen, als bisher angenommen.

Chinas CO2-Emissionen steigen nach Untersuchungen der University of California in Berkeley von 2004 bis 2010 um mindestens elf Prozent jährlich. Den Berechnungen des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC http://www.ipcc.ch zufolge gingen die Experten von einem Wachstum zwischen 2,5 und fünf Prozent jährlich aus. Um den rasant ansteigenden Strombedarf in China zu stillen, wurde in den vergangenen Jahren fast alle zwei Wochen ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb genommen. Experten sind der Ansicht, dass es eine derart rasante wirtschaftliche Entwicklung wie in China bisher in der Geschichte der Menschheit noch nicht gab.

Umweltschädliche Alt-Kraftwerke in den USA

Jüngste Ergebnisse des Environmental Integrity Project (EIP) – auf Basis von Zahlen der US-Environmental Protection Agency (EPA) - haben allerdings gezeigt, dass auch in den USA die Kraftwerke alles andere als umweltschonend Strom herstellen: Allein von 2006 auf 2007 sind die CO2-Emissionen von Kraftwerken um 2,9 Prozent angestiegen. Das ist der höchste Wert seit 1998. Grund für diese Entwicklung: In den USA sind Kraftwerke in Betrieb, die 50 Jahre alt sind. Ähnlich wie in China wird auch in den USA vielfach Kohle zur Erzeugung von Strom verwendet. Größter CO2-Emittent war das Robert W. Scherer Kraftwerk in Macon, Georgia, das allein im letzten Jahr 27,2 Mio. Tonnen Kohlendioxid emittierte. Das waren um zwei Mio. Tonnen mehr als noch 2006. Texas war übrigens der Bundesstaat mit den höchsten CO2-Emissionen und generell auch jener mit den stärksten Zuwächsen seit zehn Jahren.