28.01.2008 / Österreich
Straßenbeleuchtung in hippem Design
Sharp Solar
Schon im Mittelalter wurden die Straßen beleuchtet. Waren es damals noch mit Ölen und Fetten betriebene Straßenlaternen, wurde Ende des 19. Jahrhunderts die Straßenbeleuchtung schließlich von elektrischem Strom gespeist. Mittlerweile werden unsere Nächte jedoch immer heller. Vom Weltall aus betrachtet, funkeln die Lichter in den Ballungsräumen unserer industrialisierten Welt wie der Wiener Rathausplatz an Weihnachten. Doch wachsende Energiekosten und der Klimaschutz verlangen nach drastischen Sparmaßnahmen. Schon jetzt bringt die Umrüstung von Quecksilberdampfhochdrucklampen auf Natriumdampfhochdrucklampen oder der Einsatz von Energiesparlampen in Kombination mit einer Teilnachtschaltung eine Stromeinsparung von fast 50 Prozent.
Symbiose aus modernem Design und Energieeffizienz
Heutzutage dient die Beleuchtung des urbanen Raums neben ihrer Notwendigkeit für die Verkehrssicherheit und dem Schutz der Bürger aber auch dekorativen Zwecken. Lichtdesign im öffentlichen Raum erhöht den Wohnwert der Städte, steigert die Attraktivität von Plätzen und Geschäftsstraßen und trägt zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Dass modernes Design ökologisch und gleichzeitig zukunftsweisend sein kann, bewies ein Projekt, das im Herbst vergangenen Jahres in Wien präsentiert wurde. Ausgerüstet mit progressiver Solartechnologie entwickelte der renommierte Industriedesigner Ross Lovegrove, in Zusammenarbeit mit dem italienischen Leuchtenhersteller Artemide und der Firma Sharp Solar den "Solar Tree". Die vor dem Haupteingang des Wiener MAKs positionierte neuartige Straßenlaterne nutzte die Sonnenenergie als Stromquelle.
Neue Perspektiven für einen öffentlichen Raum
Für seinen Solar Tree ließ sich Lovegrove von der Natur inspirieren: Nicht von ungefähr erinnert seine leuchtend grüne Straßenlaterne an die organische Form eines Baums und benötigt somit auch Sonne, um leben und leuchten zu können. Ganze 34 Watt setzt diese moderne Straßenbeleuchtung mit ihren zehn, in tellerförmige Flächen mündenden Ästen um, die ausschließlich aus der Sonne bezogen werden. Bei viel Sonnenschein wird die Energie gespeichert und kann drei Tage weiterleuchten, sollte sich die Sonne mal länger nicht zeigen.
Initiator des Solar Tree-Projekts war MAK-Direktor Peter Noever, der sich damit gegen die Bestückung der Ringstraße mit Reproduktionen historischer Straßenlaternen stellte. Ziel der Aktion war es auch, mit dem Solar Tree ein Zeichen für eine grüne Zukunft zu setzen und andere Großstädte von der Idee zu überzeugen, erneuerbare Energie für die verbrauchsintensive Straßenbeleuchtung einzusetzen. Mit Erfolg: Nach der Weltpremiere in Wien, wurde der Prototyp in Mailand präsentiert und ist bis Ende Januar 2008 im Pariser Parc des Expositions aufgestellt. Präsentationen in Tokyo, Los Angeles und Miami sollen folgen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel an Innovation und Umweltschutz bald seinen Weg in die Produktion findet.
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