23.10.2006 / ENERGY GLOBE Award

ENERGY GLOBE Tirol 2006

Das Solarkraftwerk "Solon Mover" und das Altspeisefett-Verwertungsprojekt "Öli" werden mit dem Länderpreis ausgezeichnet.

Tirol kann sich im Bereich innovativer Energietechnologien sehen lassen: Gleich zwei Projekte wurden heute von Energie Tirol mit dem ENERGY GLOBE ausgezeichnet: Solon Hilber Technologie für die Entwicklung eines beweglichen Solarkraftwerks, den "Solon Mover", sowie Abfall Tirol Mitte (ATM) und der Abwasserverband Hall-Fritzens für das Altspeisefett-Verwertungsprojekt "Öli". Die Landespreisträger werden auch am ENERGY GLOBE Austria teilnehmen, der im Rahmen einer Fernseh-Gala am 24. November 2006 in Wels verliehen wird.

Mit dem ENERGY GLOBE werden nachhaltige und Ressourcen schonende Projekte und Initiativen gewürdigt, die sich durch einen besonders sparsamen Energieeinsatz oder durch die innovative Nutzung erneuerbarer Energieträger auszeichnen. Der ENERGY GLOBE Award wird jährlich als regionaler, nationaler, internationaler und seit heuer auch kontinentaler Preis vergeben und wurde vom Energiesparverein Oberösterreich ins Leben gerufen.

Bemerkenswert innovative Projekte

Als "bemerkenswert innovativ" würdigte DI Bruno Oberhuber von Energie Tirol die beiden Energieprojekte: "Sowohl die Photovoltaik-Innovation von Solon Hilber Technologie als auch das Altspeiseöl-Verwertungssystem von ATM und Abwasserverband Hall-Fritzens überzeugen nicht nur von der Idee her, sondern haben sich auch bereits in der Praxis bewährt. Tirol kann stolz sein auf diese beiden Unternehmen, die auf neue, Ressourcen schonende Umwelttechnologien setzen." Oberhuber überreichte heute den Initiatoren als Auszeichnung die begehrte ENERGY GLOBE-Statue aus Bronze.

Preisträger Solon Hilber Technologie GmbH aus Steinach am Brenner erhielt den Preis für den "Solon Mover", einem beweglichen Solarfeld mit einer Größe von 52 Quadratmetern. Eine spezielle Steuerungselektronik ermöglicht, dass das Stromkraftwerk dem Sonnenstand nachfolgt und dadurch die Sonneneinstrahlung maximal genutzt werden kann. Durch die neue Technologie ist ein Mehrertrag von bis zu 40 Prozent gegenüber fix montierten Anlagen möglich.

Solarpark versorgt 3500 bayrische Haushalte

Der "Solon Mover" wurde bereits mehrfach eingesetzt. Das bekannteste Beispiel ist ein auf einer 77 Hektar großen Fläche errichteter Solarpark mit einer Leistung von zwölf Megawatt in Arnstein in Bayern. Umgerechnet erzeugt der Solarpark in Bayern den durchschnittlichen Jahresenergieverbrauch von 3500 Haushalten. Solon Hilber Technologie mit Firmenstandort in Steinach am Brenner beschäftigt inzwischen mehr als 180 Mitarbeiter.

"Ungewöhnliche Ideen stoßen in ihren Anfängen nicht selten auf Skepsis. Solon Hilber Technologie hat sich trotz gegenteiliger Meinungen aus der Fachwelt nicht beirren lassen. Das Unternehmen hat seine Idee verwirklicht und in ein praxistaugliches Konzept gegossen. Mit großem Erfolg - wie bereits realisierte Projekte belegen. Solon Hilber Technologie hat damit eine bemerkenswerte Innovation gesetzt: Der höhere Wirkungsgrad der beweglichen Solarfelder trägt wesentlich zur Ressourcenschonung und zur Förderung der Nutzung von Sonnenenergie bei", so das wohlwollende Urteil der Jury.

Preisträger Arge Energie & Treibstoff aus Fett

Die Entwicklung eines Sammel- und Verwertungssystem für Altspeiseöl war das Ziel der bereits 1999 von den kommunalen Unternehmen Abfallwirtschaft Tirol Mitte (ATM) und Abwasserverband Hall-Fritzens gegründeten Arge Energie & Treibstoff aus Fett. Dafür wurde ein eigenes Sammelbehältersystem, der sogenannte "Öli", entwickelt. "Öli" ist ein Mehrweggebinde, das in verschiedenen Größen sowohl für Haushalte als auch für Gastronomiebetriebe zur Verfügung steht. Eine eigene Sammellogistik und ein spezielles Reinigungssystem garantieren eine unkomplizierte und saubere Entsorgung.

Im Fettkraftwerk in Fritzens, wo Altspeisefett aus Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Südtirol verarbeitet wird, konnten bisher mehr als acht Millionen Liter Altspeiseöl als Rohstoff für erneuerbare Energieträger aufbereitet werden. Etwa 90 Prozent des Altöls werden zu Biodiesel verarbeitet bzw. im Fettkraftwerk zur Stromgewinnung verwendet. Aus den verbleibenden festen Bestandteilen wird im Faulturm der Kläranlage Biogas gewonnen. Lediglich ein Prozent nicht verwertbare Fremdstoffe müssen als Abfall entsorgt werden.

Die Jury würdigte das Projekt mit den Worten: "Die ATM und der Abwasserverband Hall-Fritzens haben mit dem 'Öli' ein praktikables System entwickelt, Altspeisefett zu sammeln und zu verwerten. Mit dem 'Öli' wird in zweifacher Hinsicht ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung geleistet: Durch die Sammlung des Altspeiseöls wird eine Belastung des Abwassers vermieden, gleichzeitig wird durch die Initiative das zu entsorgende Altöl fast zu 100 Prozent als Energieträger genutzt. Bemerkenswert an der Initiative ist insbesondere seine Verbreitung. Der Arge ist es gelungen, auch in anderen Bundesländern und grenzüberschreitend initiativ zu werden: 1459 Gemeinden in Österreich, Bayern, Südtirol und Malta beteiligen sich am Öli-Sammelsystem."

Weitere Informationen:
Energie Tirol, DI Bruno Oberhuber
Tel: 0512/589913