20.06.2008 / EU & International
Autohersteller setzen auf Strom
In der Autobranche ist ein Wettlauf um das erste Elektroauto ausgebrochen. Die steigenden Ölpreise führen dazu, dass man sich quer durch die Branche auf die Suche nach Alternativen macht. Neben dem "Wasserstoff-Auto" setzt man vor allem auf den Strom-Antrieb: VW hat bereits ein Elektroauto angekündigt, ebenso wie Renault-Nissan, Daimler, Mitsubishi und Toyota. General Motors stellte bereits Anfang 2007 mit "Volt" ein Konzept für ein massentaugliches Elektroauto vor, der Marktstart ist für 2010 geplant. Der Preis soll bei 30.000 Dollar liegen.
Marktanteil könnte 2020 bei zehn Prozent liegen
Experten gehen von einer weiteren Zunahme dieser Technologie aus: "Wir erwarten, dass Elektroautos 2020 einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen", zitiert das deutsche Magazin "Spiegel" dazu aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger.
Hybridantrieb und "Range Extender" gegen die geringe Reichweite
Ein Problem, das zurzeit noch nicht gelöst ist, ist die geringe Reichweite reiner Elektroautos. Heutige Akkus können nur Strom für etwa 50 bis 100 Kilometer speichern. Als Lösung wurde der "Range Extender" entwickelt, der mit einem kleinen Benzin-Generator an Bord den Strom zum Fahren selbst erzeugt. Damit entstehe eine völlig neue Fahrzeugkategorie - ein Zwischenschritt vom Hybrid-Auto zum rein elektrischen Antrieb, so GM-Ingenieur Frank Weber im "Spiegel"-Interview. Diese Technik biete alle Vorteile des Elektroautos, ohne dass man die Nachteile in Kauf nehmen muss. Das Konzept des "Range Extenders" soll auch im "Mindset" eingesetzt werden, einem Hybridfahrzeug aus Schweizer Produktion, das 2009 verkauft werden soll.
Verbesserung durch Lithium-Ionen-Akkus
Eine wesentliche Verbesserung was die Reichweite der Elektorautos betrifft, erwarten sich zahlreiche Autohersteller und -zulieferer von Lithium-Ionen- (Li-Ion)-Akkus als Energiespeicher. Gegenüber den bislang in Elektro- oder Hybrid-Autos gebräuchlichen Nickel-Metallhydrid- (Ni-MH)-Akkus empfehlen sich diese Systeme dank ihrer höheren Engergiedichte: Während diese bei Ni-MH-Systemen bei 90 Wattstunden (Wh) pro Kilogramm liegt, erzielen marktgängige Li-Ion-Akkus heute bereits 180 Wh/kg – dies hilft das Fahrzeuggewicht zu senken und die Reichweite des Elektroantriebs zu erhöhen.
Eine Weiterentwicklung der Li-Ion-Akkus von Altair Nanotechnologies könnte auch weitere Probleme beseitigen, die der Durchsetzung des Elektroautos heute noch im Wege stehen: Neue High-Tech-Materialien anstelle der gängigen Graphit-Elektroden sollen bei längerer Lebensdauer der Batterie kürzere Ladezeiten (10 Minuten über ein Starkstromkabel), eine stärkere Beschleunigung und eine größere Reichweite erlauben (Download Nanosave Battery Technology Englisch).
Zum Artikel: Mindset
Zum Artikel: Elektrotankstellen
Zum Artikel: Strom effizienter speichern
Zum Artikel: Initiative für leistbare Elektroautos
International English
Österreich (deutsch)