28.05.2008 / ENERGY GLOBE Award
Hochrangige ENERGY GLOBE Konferenz
Quelle: Europäisches Parlament
Nach der feierlichen Gala der „Energy Globe Awards" am Montagabend diskutierten am Dienstagvormittag Ehrengäste und Mitglieder des Ausschusses für Industrie- und Energiepolitik über vorbildliche Praktiken und Bewusstseinsveränderungen im Umgang mit Energie. Der ehemalige UNO-Generalsekretär Koffi Annan betonte es gehe schlicht darum, ob „wir alle uns und unser Verhalten schnell genug" ändern können, um die aktuellen Trends in Sachen Klima und Energie noch rechtzeitig zu stoppen.
Annan betonte, dass der Klimawandel nicht nur ein Umweltproblem sei, sondern eine komplexe Gefahr für Sicherheit und Frieden und für die Weltwirtschaft. Er verwies auf die Berechnung des britischen Wirtschaftswissenschaftlers Nicholas Stern, wonach der weltwirtschaftliche Verlust aufgrund der Folgen des Klimawandels 20% betragen könnte.
Annan: Energieverbrauch steigt weiter rasant
Die aktuellen Trends liefen auf einen Punkt zu, an dem es zu spät sein könnte, das Ruder herumzureißen, warnte Annan. „Wenn wir weiter in dem Maße Energie konsumieren, wie wir es momentan tun, dann werden wir im 2030 50% mehr brauchen. Ich hoffe, dass wir das nicht tun werden“, sagte Annan.
Allerdings gebe es auch Gründe zur Hoffnung: ein besserer Einsatz von fossilen Brennstoffen, Verfügbarkeit und zunehmende Wettbewerbsfähigkeit von erneuerbaren Energien gehörten dazu.
„Niemand soll sagen, dass wir es vermeiden können, etwas zu tun. Es kostet wesentlich weniger jetzt zu reduzieren, als später die Konsequenzen zu tragen. Niedrige Emissionen müssen nicht niedriges Wachstum bedeuten“ so Annan.
Glasnost zugunsten der Umwelt
Michail Gorbatschow, letzter Staatschef der UdSSR und heute Präsident der Umweltorganisation Green Cross sowie einer Stiftung, die seinen Namen trägt, war ebenfalls unter den Konferenzteilnehmern. Er hatte am Abend zuvor im Europaparlament einen Energy Globe Award für sein Lebenswerk erhalten.
Gorbatschow sprach u.a. von den ihn prägenden Erfahrungen und der Motivation für sein Engagement: Als junger Mann habe er in den russischen Steppen gearbeitet und erlebt wie Dürren und Sandstürme die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstörten.
Als Landwirtschaftsminister habe er gesehen, wie sehr die Umwelt geschädigt wurde und wie dies vor der Öffentlichkeit versteckt wurde. Er fordert eine Glasnost für die Umwelt: „Glasnost bedeutet Transparenz und die Mobilisierung von Regierung und Bevölkerung“.
Der Friedensnobelpreisträger warnte davor, die Entwicklungsländer ihrem Schicksal zu überlassen. „Wir leben in einer globalisierten Welt. Wir müssen zusammenarbeiten. Die Umweltkrise ist die erste Priorität“.
Großes Potenzial im Sparen
Die Vorsitzende des für Energiepolitik zuständigen Ausschusses im Europaparlament, die CSU-Abgeordnete Angelika Niebler, sagte: „Wir wollen, dass es keine Verlierer gibt. Das können wir nur durch massive Investitionen in innovative Techniken schaffen“. Niebler betonte außerdem, dass es ein großes Potenzial gebe, Energie einzusparen.
Auch Parlamentspräsident Pöttering sagte, noch konzentriere man sich nicht genug auf die Einsparmöglichkeiten. Energiesparen sei „die billigste und einfachste Art die Treibhausgase zu vermindern.“
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